Es ist gar nicht so einfach Daten aus OpenStreetMap (OSM) in ein mit Latex erstelltes Dokument zu integrieren.
Trotzdem ist es mit ein wenig Aufwand möglich, Kartenausschnitte in eine Tikz-Datei zu verwandeln (die dann in Latex integriert werden kann)1) OSM-Ausschnitte besorgen
Der ganze Prozess beginnt mit der Beschaffung der Daten aus OpenStreetMap. Dazu gibt es mehrere Wege. Entweder lädt man sich einen Export übers OSM-Webinterface, schneidet den betreffenden Bereich aus der Planet-Datei aus, verwendet Geofabrik.de oder arbeitet mit JOSM.
Für den Fall der Weiterverarbeitung der Daten würde ich letztes empfehlen. Da kann man direkt nach dem Download die Daten noch ein wenig bearbeiten. Das kann zum Beispiel sehr hilfreich sein, wenn man nur mit bestimmten Häusern oder einfach nur mit dem Straßennetzwerk weiterarbeiten will. Aus JOSM kann man per Export eine osm-Datei erstellen.
Am Ende des ersten Schrittes steht immer eine osm-Datei (<meinDateiname>.osm).
2) QGIS zur Umwandlung in DXF
Die OSM-Datei importiert man dann in QGIS. Dazu wählt man im Menü „Vektor->OpenStreetMap->Topologie aus XML importieren“. Dabei wandelt man die Datei in eine SQLite/SpatiaLite Datenbank (die dann auf .osm.db endet).
Jetzt kann man die Datenbank so in QGIS (getestet mit version 2.18.10) importieren, dass dabei auch Layer entstehen (es also ein „visuelles Feedback“ gibt und wirklich was in QGIS dargestellt wird). Da erfolgt über den Menüpunkt „Vektor->OpenStreetMap->Topologie nach SpatiaLite exportieren“. Warum das jetzt ein Export sein soll und kein Import mehr ist oder viel mehr der vorherige Schritt doch ein Export war… naja… über die Namensgebung der Menüpunkte darf man sich wundern… wie auch immer, es funktioniert trotzdem alles wie gewünscht.
Nun können in QGIS diverse Bearbeitungen durchgeführt werden, bevor am Ende der Arbeit ein Export nach DXF erfolgt. Das ist erneut über das Menü, diesmal aber über den Punkt „Projekt->DXF-Export“ möglich. Im daraufhin aufscheinenden Dialog kann man noch einiges einstellen (etwa ob alle Layer oder nur der aktuell sichtbare Bereich exportiert werden soll), zum Abschluss erhält man dann eine .dxf-Datei.
3) Import in Inkscape und Export als TikZ-Datei
Die erstellte dxf-Datei kann man in Inkscape importieren. Dank des Plugins SVG2TIKZ (die Installation ist auf Github unter https://github.com/kjellmf/svg2tikz/issues/24#issuecomment-102646844 beschrieben) ist der Export nach TikZ sehr einfach möglich.
Zwischenzeitlich hat man in Inkspace nochmals die Möglichkeit die Daten zu bearbeiten oder bestimmte Dinge (wie Farben einzelner Knoten, die Größe von POIs, …) zu ändern. Zum Abschluss führt man in Inkspace den Export per Menü unter „Erweiterungen->Exportieren->Export to TikZ path“ aus. Am Ende steht dann eine .tex-Datei, welche die notwendigen TikZ-Kommandos enthält.
Zu guter Letzt sollte man die Datei noch händisch bearbeitet, da das Plugin nicht nur den TikZ-Teil in die Ausgabedatei schreibt, sondern auch usepackages-Anweisungen und das begin{document} selbst enthält (was man vermutlich gar nicht braucht, da man normalerweise die TikZ Kommandos eh in ein größeres Dokument einbetten will).