Einen eigenen Mailserver zu betreiben ist einfacher als man denkt. Eigentlich braucht man dazu nur ein paar wenige Programme, die in (fast) jeder Linux-Distribution verfügbar sind. Trotzdem gibt es ab und zu ein paar kleinere Stolperfallen. Eine davon ist der Grund für diesen Beitrag -> nämlich große Mails und fetchmail.
Mein eigener kleiner Mailserver diente früher mal dazu, mehrere POP-Accounts in einem IMAP-Postfach zusammenzufassen. Das hat bspw. den Vorteil, dass es kein Problem mit schon abgeholten Nachrichten gibt (Synchronisierte Postfächer auf mehreren Endgeräten – also bspw. am Tablet und am Smartphone – ist mit POP-Postfächern direkt nicht machbar, dazu braucht man IMAP).
Auch wenn mittlerweile viele E-Mail Hoster (bspw. gmail) IMAP out-of-the-box anbieten, so hat ein eigener Mailserver immer noch Vorteile, etwa beim Backup der Mails.
Eine mögliche Kombination im Bereich von Mailservern besteht in der Kombination der folgenden Tools
- dovecot (der eigentliche Mailserver)
- fetchmail (zum Abholen von Mails von anderen Servern)
- postfix (als so gennanter Mail Tansfer Agent (MTA) -> dient zur Übertragung zwischen div. Zwischenstellen also etwa zwischen fetchmail und dovecot)
Die drei Werkzeuge verwende ich schon seit einigen Jahren, doch erst heute bin ich über ein Problem mit großen Mails (ab ca. 10MB) gestoßen. Bei solchen Datenmengen stellen sich sowohl Fetchmail als auch postfix quer.
Abhilfe schafft man in dem man in der fetchmail Konfiguration (also bspw. in /etc/fetchmailrc), folgende Zeile verwendet:
limit 100000000 # 100MB attachment size limit
Für postfix benötigt man folgende Befehle:
postconf -e "message_size_limit = 100000000"
postconf -e "mailbox_size_limit = 512000000"
Nach einem Neustart der beiden Tools postfix und fetchmail (per systemctl restart) klappts dann auch mit großen Dateien.